Die moderne Fotografie verändert unsere Wahrnehmung

Obwohl es bereits in der Frühzeit der Fotografie erste Hoaxes und Fotomontagen gab, ist sie traditionell ein Medium, dem der Betrachter vertraut. Schließlich stellt sie naturgemäß die Realität dar.  Manipulationen an Fotos waren arbeitsaufwendig, kompliziert und verhältnismäßig einfach aufzudecken. Mit Erfindung der Digitalkamera 1975 sollte sich das langsam verändern.

Der Wert eines Fotos

Bilder wurden nun nicht mehr auf Filmen gespeichert, sondern Auf Speicherkarten. Dadurch ist eine Bildserie nicht mehr auf 36 oder 24 Bilder beschränkt, sondern der Fotograf kann in einem Ablauf tausende von Bildern machen. Und niemand muss mehr tagelang auf die Entwicklung seines Films warten, sondern das fertige Ergebnis ist nur noch eine Datenübertragung entfernt. Jede Handykamera macht heutzutage ganz ordentliche Fotos. Wer früher aus seiner Kindheit vielleicht drei, vier Fotoalben voller geliebter und bekannter Aufnahmen hat, macht heute täglich Bilder seiner Kinder. Innerhalb eines Monats sammeln sich dabei hunderte, oft tausende Aufnahmen. Aber wie oft schauen wir uns diese Bilder später noch an? Sie versinken oft im digitalen Vergessen. Was am Ende an der Wand hängt, sind doch oft Bilder vom Fotografen oder einige witzige Schnappschüsse mit gutem Timing.

 

Wie wir das Vertrauen in Bilder verloren haben

Bis heute sind sich viele Menschen sicher: Die Mondlandung hat so nie stattgefunden, Bilder und Videos davon sind ein geschickter Betrug. Wenn das so wäre, ist es einer der größten Betrugsfälle der Menschheitsgeschichte. Damit begann eine Entwicklung, die bis heute immer mehr Fahrt aufgenommen hat. Durch die realistischen Möglichkeiten, Digitalbilder zu manipulieren, haben wir das Vertrauen in Fotos als Medien verloren. Auch Laien können mit einem Bildbearbeitungsprogramm problemlos umgehen.  Nun befindet sich unser Gehirn in einem Zwiespalt: Wir wissen, dass ein menschliches Gesicht nicht so ebenmäßig sein kann. Wir wissen, dass der Hai nicht wirklich 20 m groß sein kann. Aber wir sehen, dass es eben doch so aussieht. Hier trifft also unsere unterbewusste Wahrnehmung auf bewusste Überlegung.

 

Dass wir uns trotzdem immer noch mit Fotos manipulieren lassen, liegt daran, dass wir glauben wollen, was das Bild uns zeigt. Ist Star XY perfekt, schlank, ebenmäßig, mit definierten Muskeln und makelloser Haut? Dann bedeutet das für uns: Perfektion ist möglich. Wenn wir uns nur genug anstrengen, könnten wir genauso aussehen. Trotzdem wissen wir alle natürlich, dass auch unsere Idole in Wirklichkeit Leberflecken und kleine Pölsterchen haben.

Zwischen Perfektionismus uns Manipulation

Die Grenze zwischen kleiner Perfektionierungen und Manipulation ist verschwommen. Das Vertrauen des Betrachters ist nachhaltig erschüttert. Wer Menschen mit seinen Fotos erreichen möchte, hat es gerade im Werbebereich schwer. Authentizität ist gefragt. Hier das Beste aus einem Bild herauszuholen und gleichzeitig authentisch zu bleiben erfordert viel Fingerspitzengefühl und ist eine der wichtigsten Aufgaben des modernen Fotografen.

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